Männerhike – Edition VI

Erschienen am 18. September 2026 in Chronik

Daniel

 

Es ist unglaublich und trotzdem wahr: Wir haben nun schon den sechsten Eltern-Kind-Hike in Folge absolviert. Und noch immer handelt es sich um einen reinen Männerhike mit denselben Teilnehmern wie in den vergangenen Jahren. Der aufmerksame Leser wird bereits wissen, wer damit gemeint ist: die beiden Pfadis Sammy und Jona, der Jupfi David sowie die beiden Altleiter Klaus und Daniel.

Wir wiederholen daher gerne unsere herzliche Einladung, unser Team um ein paar mutige Abenteurer zu erweitern. Die einzige Voraussetzung: Ihr müsst mindestens zu zweit sein – davon mindestens ein Kind und mindestens ein Elternteil. Wir garantieren, dass diese Aktion bleibende Erinnerungen schafft. Das zeigt sich auch daran, dass wir uns nun schon seit Jahren immer wieder gemeinsam auf den Weg machen. Die drei Jungs sind inzwischen sogar schon fast ihr halbes Leben mit dabei.

Damit euch jetzt auch die Abenteuerlust packt, wollen wir von unserem diesjährigen Hike in die Dolomiten zu den weltweit bekannten „Drei Zinnen“ erzählen.

In der letzten Woche der Sommerferien sind wir am Mittwoch frühmorgens zu einer recht entspannten sechsstündigen Fahrt über den Brenner bis ins Fischleintal aufgebrochen. Dort liegt direkt der Eingang zum Naturpark Tre Cime (Drei Zinnen). Auf der Fahrt war das Wetter leider sehr unbeständig und regnerisch – und auch am nächsten Tag sollte sich daran zunächst wenig ändern.

Start im Fischleintal bei der Talschlusshütte

Trotzdem war die Stimmung bei unserer Ankunft am frühen Nachmittag bestens. Es war zwar kühl, aber immerhin trocken. So machten wir uns auf den Weg und stiegen in den kommenden drei Stunden beinahe 900 Höhenmeter durch das Fischleintal bis zur Zsigmondy-Hütte (Rifugio Comici) hinauf.

Dort hatten wir erneut großes Glück: Wir bekamen ein Zimmer ganz für uns allein und konnten eine ruhige und erholsame Nacht verbringen.

Tolles Zimmer für uns auf der Zsygmondyhütte

Am darauffolgenden Morgen verließ uns dann allerdings auch das Wetterglück. Die Stimmung wurde ebenso trüb wie der wolkenverhangene Himmel und die nebelgeschwängerte Luft, die uns auf unserer Tour begleiteten. Deshalb mussten wir unseren ursprünglichen Plan unterwegs mehrfach anpassen. Eine Bergbesteigung mit Kletterpassagen bei feuchter Witterung und drohenden Gewittern wäre im besten Fall fahrlässig gewesen.

Also versuchten wir, andere Highlights zu schaffen, und teilten uns erstmals auf. David und Daniel erforschten zum Einstieg in die Via Ferrata einen ersten kleinen Tunnel, während Klaus, Jona und Sammy zum Sockel der Drei Zinnen gingen, um dort Bunker aus dem Ersten Weltkrieg zu erkunden.

Stimmung kurz vor dem Gefrierpunkt wegen dem Wetter
Bei durchwachsenem Wetter zur Dreizinnenhütte
Unterwegs hatten wir auch schöne Phasen

Ohne die eigentliche Herausforderung des Tages waren wir bereits am frühen Nachmittag an unserer zweiten Unterkunft, der Dreizinnenhütte. Diese war zunächst stark überlaufen, da sich zahlreiche Bergwanderer vor dem unangenehmen Wetter in Sicherheit bringen wollten. Als dann endlich der Check-in möglich war, erwartete uns die nächste glückliche Fügung: Zunächst waren wir wegen eines Buchungsfehlers verunsichert, da für uns keine Betten im Haupthaus reserviert waren. Doch recht schnell wurden wir in einem eigenen Zimmer in der nahegelegenen Bödenalm einquartiert.

Wie schon in der Nacht zuvor hatten wir damit sehr viel Privatsphäre – was auf alpinen Hütten eher die Ausnahme darstellt. Als sich die Hütte im Laufe des Nachmittags langsam leerte, vertrieben wir uns die Zeit bis zum Abendessen mit Kartenspielen, dem Beobachten des regen Helikopterverkehrs und dem einen oder anderen Nickerchen.

Zum Abendessen und Frühstück erlebten wir ein ausgesprochen internationales Publikum: Viele Gäste kamen aus dem asiatischen Raum, aber auch aus den USA und Spanien. Natürlich waren auch die Nachbarländer und der deutschsprachige Raum stark vertreten. So saßen bei uns am Tisch alpine Fernwanderer aus Nordrhein-Westfalen, mit denen wir eine unbeschwert-lustige Zeit verbrachten.

Am letzten Tag wollten wir nun aber doch noch die unglaublich schöne Landschaft der Dolomiten rund um die Drei Zinnen und den Monte Paterno erleben. Deshalb schnürten wir ein ordentliches Paket: die umgekehrte Tour, die eigentlich bereits am Vortag hätte stattfinden sollen, kombiniert mit dem anschließenden Abstieg bis zum Auto. Genau das war ursprünglich für diesen Tag geplant gewesen.

Und diesmal spielte das Wetter mit. Auch der Klettersteig hielt, was er versprach.

Zunächst stiegen wir in voller Montur durch einen mehr als hundert Jahre alten Tunnel. Er wurde seinerzeit von den Truppen der kaiserlich-königlichen Donaumonarchie Österreich-Ungarn angelegt und während der erbitterten Stellungskämpfe in dieser kargen und entbehrungsreichen Umgebung gegen die italienischen Truppen genutzt.

Dieser Frontabschnitt ist heute weniger bekannt als die verlustreichen Schlachten an der Westfront zwischen Deutschland und Frankreich. Dafür tauchten wir hier umso unmittelbarer in die Welt des Ersten Weltkriegs ein. In der Abgeschiedenheit der Berge sind an vielen Stellen noch die originale Abstützung und Materialien der damaligen Arbeiten erhalten.

Eingefasst in diese einmalige Kulisse war es ein ganz besonderes Abenteuer, mit Stirnlampen, Helm und Klettergurt durch vollkommen dunkle Gänge regelrecht durch den Berg „hindurchzuklettern“. Und dann, nach der letzten Biegung, standen wir plötzlich direkt am Ausgang in der Felswand des Monte Paterno.

Hier trennten sich unsere Wege erneut. David und Daniel kletterten und stiegen zurück zur Hütte des ersten Tages ab, während Sammy, Klaus und Jona den Klettersteig in Richtung Gipfel in Angriff nahmen.

Den Gipfel erreichten wir letztlich leider nicht. Zum einen spielte die Zeit gegen uns, zum anderen hatten wir für diesen Abschnitt nicht mehr das großzügige Zeitfenster zur Verfügung, das wir am Vortag gehabt hätten. So trafen sich unsere Wege schließlich wieder – mit gerade einmal 15 Minuten Abstand – an der Rifugio Comici.

Dort stärkten wir uns noch bei einem leckeren Mittagessen in der Sonne und ließen ein letztes Mal die Eindrücke der hochalpinen Dolomiten auf uns wirken.

Der Abstieg folgte anschließend derselben Route wie der Aufstieg. Als wir am Nachmittag unser Fahrzeug erreichten, nutzten wir den Bach direkt am Parkplatz, um unsere Füße noch einmal ordentlich abzukühlen.

Die Heimfahrt war dann fast schon nebensächlich. Wir hatten wieder so viele Eindrücke, Erinnerungen und Erlebnisse im Gepäck, dass wir eigentlich jeder Familie nur dringend ans Herz legen können, sich ebenfalls einmal auf ein Abenteuer in der Natur einzulassen.

Am liebsten natürlich als Teil unserer Gruppe!

Nehmt dazu einfach Kontakt mit den Pfadfindern auf oder kommt bei einer unserer Gruppenstunden vorbei.

Gut Pfad!

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